Karl Ederer führt in München vor, wie man mit der Beschränkung auf natürliche
Aromen eine hochspannende Küche entwickeln kann...
...Man wird Fragen beantworten müssen wie die, ob nicht ein in Rotwein durch und durch geschmortes Stück Fleisch, das fast schwarz aussieht, butterweich ist und nach allgemeinem Verständnis sensationell gut schmeckt, in Wirklichkeit eine Grenzüberschreitung ist – ein Kunstprodukt, das mit dem Ausgangsmaterial kaum mehr etwas zu tun hat. Dass „das gute Produkt“ das Ein und Alles in der guten Küche sei, ist in dem Moment eine absurde Feststellung, wo man ihm mit endlosen Listen von Zutaten eigentlich eine Degenerierung angedeihen lässt...
...Auf dem Weg zur ausweitenden Reduktion der Mittel sollte man in Deutschland dringend einen Besuch im „Ederer“ in München einplanen. Die vergleichsweise bescheidenen Bewertungen in den Restaurantführern kann man getrost außer Acht lassen: Sie messen einfach nicht in diese Richtung...
...Die Originalität ist verblüffend, und sie resultiert nicht aus forciertem Einsatz ungewöhnlicher Elemente, sondern spielt sich in unserem kulinarischen Gedächtnis ab, das – auch und gerade in vielen Teilen der Spitzenküche – ein wenig den Draht zum Natürlichen verloren hat...